Anfallsleiden - Epilepsie

Krampfanfälle, Ohnmacht, Elektroenzephalogramm, Antiepileptika, Ketogene Diät, Vagus-Nerv-Stimulation

Epilepsie

Die Epilepsie in ihren vielfältigen Erscheinungsformen zählt zu den am häufigsten in unserer Neuropädiatrie behandelten Erkrankungen. Allen Formen der Epilepsie ist gemeinsam, dass der Patient an spontan auftretenden Krampfanfällen leidet, deren Ursache im Gehirn, genauer gesagt in dessen Neuronen (Nervenzellen) liegt. Die Beschädigung dieser Zellen kann wiederum Ergebnis vieler unterschiedlicher Grunderkrankungen sein wie zum Beispiel: Tumoren, Sauerstoffmangel des Säuglings unter der Geburt, Infektionserkrankungen, Schädelhirntraumata nach Unfällen.

Etwa sechs von 1.000 Kindern sind von Anfallserkrankungen, die auf einer dauerhaften Zustandsänderung des Gehirns beruhen, betroffen. Bei Jugendlichen kommen häufig andere Faktoren hinzu, die einen epileptischen Anfall begünstigen wie Alkoholgenuss, übermäßiger Stress oder Schlafentzug.

Symptome

Wie bereits ausgeführt, unterscheiden wir verschiedene Formen der Epilepsie. Zu den Symptomen, die zu einem nervlichen Anfallsleiden gehören können, zählen u.a.: Absenzen (Bewusstseinseintrübungen, Bewusstseinsstörungen), Muskelzuckungen, Versteifungen, Verlust des Muskeltonus (der Muskelspannung). Problematisch sind nicht nur die Krankheitserscheinungen und deren Ursachen selbst, sondern auch deren Folgen, wie Ohnmachten, Stürze, Desorientierung, Benommenheit, Bisse auf die Zunge etc.

Diagnose

Bei unseren kleinen Patienten erheben wir zunächst eine Anamnese, d.h. wir analysieren ihre Krankheitsgeschichte. Eine körperliche Untersuchung und die labormedizinische Analyse von Blut und Urin geben uns weitere Aufschlüsse. Wichtig ist auch die Aufzeichnung der Hirnströme im Wachzustand und während des Schlafs (Elektroenzephalogramm, EEG) sowie bildgebende Verfahren (Computertomographie, CT, Kernspintomographie, Ultraschalluntersuchungen).

Therapie

Moderne Medikamente ermöglichen ca. 60 bis 70% der bei uns behandelten Kindern und Jugendlichen ein nahezu anfallsfreies Leben. Die Auswahl des Antiepileptikums richtet sich nach der spezifischen Form der Erkrankung. Dabei setzen wir gegebenenfalls zwei oder mehrere Pharmazeutika ein (Kombinationstherapie) Auch mittels einer Operation können wir in manchen Fällen die Ursachen – beispielsweise bei Tumoren – der Epilepsie beseitigen. Bei der Behandlung von Anfallskrankheiten setzen wir neben den beschrieben auch auf spezielle Diäten, Physiotherapie, Ergotherapie oder Patienten- und Lebenstraining. So können wir einen individuellen Therapieplan für jeden unserer jungen Patienten aufstellen.

Sonstiges

In den Jahren 2007 und 2008 betreuten wir rund 800 Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit Epilepsie, mit ca. 60 Neuerkrankungen pro Jahr. Neben der ambulanten Sprechstunde bieten wir u.a. moderne EEG-Diagnostik mit Video-Dokumentation sowie Anfallsüberwachung mittels Video-Monitoring an.

Therapeutisch führen wir neben der medikamentösen Therapie die Ketogene Diät und die Vagus-Nerv-Stimulation als moderne Behandlungsmethode bei schwereinstellbaren Epilepsien durch. Kinder mit Epilepsie und ihre Eltern werden in unsere modernen Schulungsprogramme integriert. Eine enge Kooperation besteht mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum zur umfassenden Langzeitbetreuung.