Angeborene Fehlbildung der Knochen, des Kopfes bzw. des Gesichtes

Kraniosynostose, Schädelnähte, Suturen, Deformation des Schädels, Kopforthese

Angeborene Fehlbildung der Knochen, des Kopfes bzw. des Gesichtes

Eine weitere angeborene Fehlbildung bezeichnen wir als Kraniosynostose. Bei diesem Phänomen verschließen sich eine oder mehrere Schädelnähte (Suturen) des Kindes zu früh. Dem Gehirn fehlt der Platz zum Wachsen, der Schädel deformiert sich, auch der Gesichtsknochen kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Normalerweise schließen sich die großen Nähte bis zum sechsten Lebensjahr. Im Fall der Kraniosynostose beschleunigt eine Wachstumsstörung des Schädelknochens das Schließen der Suturen. Auf ca. 2.000 Geburten kommt ein Fall von Kraniosynostose. Neben der beschriebenen primären Fehlbildung existiert noch eine sekundäre Form, für die eine Vorerkrankung – häufig eine Stoffwechselstörung –verantwortlich ist.

Symptome

Neben der äußerlich gut erkennbaren Deformation des Schädels und ggf. Gesichtsknochens leiden die Kinder unter Kopfschmerzen, Seh- und Entwicklungsstörungen. Auch der kosmetische Aspekt der Veränderung des Gesichts und die damit einhergehende psychische Belastung sind nicht zu unterschätzen.  

Diagnose

Bereits durch die Inaugenscheinnahme des kleinen Patienten wird die Fehlbildung offensichtlich. Durch eine Sonografie, ggf. eine CT- oder Röntgenuntersuchung können wir den Verdacht erhärten und die genaue Lage der frühzeitig verschlossenen Nähte lokalisieren.

Therapie

Als Faustregel gilt: Je früher der Eingriff durchgeführt wird, desto erfolgreicher fällt er aus, deshalb operieren wir frühestens zwischen dem vierten und dem sechsten Lebensmonat. Bei der Operation müssen wir Faktoren wie die betroffenen Nähte, das Ausmaß der Fehlbildung, die Lage der Blutgefäße und andere berücksichtigen. Die Vorgehensweise richtet sich nach diesen Aspekten; in der Regel formen wir den Schädel neu und korrigieren somit die Fehlbildung. Ergänzend dazu kann auch eine Kopforthese die Therapie sinnvoll unterstützen. Das Hilfsmittel wird bis zu sechs Monate wie ein Helm getragen; es trägt zur Formung des Kopfes bei.