Angeborene Fehlbildung der männlichen Geschlechtsorgane

Hypospadie, Epispadie, Harnröhrenverkrümmung, Hodenhochstand, Hypostadia Glandis, Hypostadia Penis, Hypospadia scroti

Angeborene Fehlbildung der männlichen Geschlechtsorgane

Zu den angeborenen Fehlbildungen zählen die Hypospadie / Epispadie. Darunter verstehen wir eine Harnröhre, deren Mündung entweder zu weit unten (Hypospadie) oder zu weit oben (Epispadie) liegt. In vielen Fällen kommen noch weitere fehlgebildete Teile des Penis dazu. Die Vorhaut ist auf der einen Seite stark verlängert, fehlt aber beispielsweise auf der Unterseite ganz (bzw. umgekehrt), außerdem ist das Glied unnatürlich gekrümmt. Die Harnröhre kann zudem verengt sein, ein Hodenhochstand (die Hoden befinden sich nicht im Hodensack, sondern in der Leiste) kommt ebenfalls vor. Beim „normal“ entwickelten männlichen Neugeborenen liegt die Mündung der Harnröhre ziemlich genau in der Mitte der Eichel. Für beide Phänomene kommen mehrere Ursachen in Frage: Genetische Faktoren oder eine Hormontherapie der Mutter sind die wichtigsten Ursachen.

Bei der Hypospadie handelt es sich um eine der häufigsten Fehlbildungen des männlichen Genitals mit fünf bis acht Fällen auf einhundert Geburten. Die Epispadie kommt seltener vor, für beide Erscheinung ist eine familiäre Häufung feststellbar.

Sowohl bei der Hypospadie als auch bei der Epispadie gibt es verschiedene Ausprägungen. Diese sind:

Hypostadia Glandis: Die Austrittsöffnung der Harnröhre befindet sich auf der Unterseite der Eichel.

Hypostadia Penis: Die Harnröhre öffnet sich spaltartig auf der Unterseite und in der Mitte des Penis.

Hypospadia scroti: Die Öffnung der Harnröhre befindet sich zwischen Hodensack (Skrotum) und Damm.

Bei der seltenen Epispadie befindet sich die Öffnung der Harnröhre entweder auf der Oberseite der Eichel, des Penisschaftes (in der Mitte des Penis) oder an der Peniswurzel. Dazu kommt die noch seltenere offene Blase.

Symptome

Die bedeutendste Symptomatik ist die Schwierigkeit beim Wasserlassen. Unter Umständen können Jungen ausschließlich im Sitzen urinieren.

Diagnose

Die beschriebenen Fehlbildungen kann der behandelnde Arzt mit bloßem Auge erkennen. Da die Hypospadie / Epispadie jedoch noch mit anderen, verborgenen Fehlbildungen einhergehen, kommt zur körperlichen Untersuchung noch eine Sonografie der betroffenen Region in Frage.

Therapie

Neben einer hormonellen Therapie ist die operative Korrektur von Harnröhre und Penis zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr Standard. Dabei können unterschiedliche Verfahren zur Anwendung kommen; die jedoch eine gleiche Zielsetzung haben. Der Penis wird begradigt, die Mündung der Harnröhre wird in die Mitte der Eichel verlegt, die Harnröhre rekonstruiert, um normales Urinieren und später eine komplikationsfreie Erektion zu ermöglichen. Der Erfolg der Operation hängt nicht zuletzt von der Art bzw. Schwere der Hypospadie / Epispadie ab.