Angeborene Fehlbildung des oberen Verdauungstraktes inkl. des Magens

Pylorusstenose, Pylorusmyohypertrophie, Magenpförtnerkrampf, Elektrolyt- und Wassermangel

Angeborene Fehlbildung des oberen Verdauungstraktes inkl. des Magens

Von einer angeborenen Pylorusstenose oder einer Pylorusmyohypertrophie (Magenpförtnerkrampf) sprechen wir, wenn der Magenpförtner, ein Muskel am Übergang des Magens zum Zwölffingerdarm, sich aufgrund einer angeborenen Fehlbildung verdickt und in der Folge nicht mehr öffnen kann. Der Nahrungsbrei gelangt nicht mehr in den Darm. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen, insgesamt kommt eine Stenose (Verengung) auf 800 Geburten. Die Ursache für die Fehlbildung ist unbekannt, jedoch taucht die Erkrankung familiär gehäuft vor, so dass von genetischen Faktoren ausgegangen werden kann. Die Fehlbildung zeigt sich in der Regel wenige Wochen nach der Geburt.

Symptome

Säuglinge, die von der Pylorusstenose betroffen sind, erbrechen sich kurz nach der Nahrungsaufnahme schwallartig. Im Erbrochenen zeigen sich oftmals Spuren von Blut. Das Erbrochene riecht stark sauer, Galle ist nicht beteiligt. Durch das häufige, sich steigernde Erbrechen trocknen die Kinder aus. Der Elektrolyt- und Wassermangel führt zu Lethargie und kann in schweren Fällen ein Koma auslösen. In der Folge steigt der PH-Wert des Bluts. Die Kinder fallen durch eingefallene Wangen, eingesunkene Augen und Faltenbildung im Gesicht auf. Die wellenförmigen Muskelbewegungen des Darms sind häufig nach der Nahrungsaufnahme unter der Bauchdecke zu erkennen.

Diagnose

Meist reichen dem behandelnden Kinderarzt die Schilderung der Symptome und eine klinische (körperliche) Untersuchung, damit er einen ersten Verdacht auf Pylorusstenose bekommt. Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung des Bauchraums wird der Verdacht schnell Gewissheit. In sehr wenigen Fällen muss eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel Klarheit schaffen.

Therapie

Die operative Behandlung der Pylorusstenose ist die erfolgreichste Therapie. Bevor jedoch operiert werden kann, muss der Elektrolythaushalt, also der Anteil der Salze im Blut des Kindes, wieder ausgeglichen werden. Das geschieht mittels Infusionen. Bei der Operation durchtrennen wir den verdickten Muskel in Längsrichtung und erweitern so den Pylorus. Der Nahrungsbrei kann nun ungehindert passieren und nach drei bis fünf Tagen kann der Säugling wieder Nahrung zu sich nehmen.