Angeborene Fehlbildung des Ohres

ästhetischer Eingriff, rekonstruktive Operation, Segelohren, Makrotie, Mikrotie, Darwin-Höcker

Angeborene Fehlbildung des Ohres

Diese Fehlbildungen betreffen das äußere Ohr, die Ohrmuschel. In der Regel geht damit keine größere Beeinträchtigung der Hörfähigkeit einher. Die Fehlbildungen sind angeboren und haben ihre Ursache in der Embryonalentwicklung wie z.B. durch Röteln, Alkoholmissbrauch, falsche Ernährung oder Platzmangel in der Gebärmutter. Da das Hören in der Regel nicht beeinträchtigt ist, handelt es sich bei den meisten Operationen um ästhetische bzw. bei einer fehlenden / unzureichend ausgebildeten Ohrmuschel um rekonstruktive Eingriffe. Wir entscheiden individuell und gemeinsam mit unseren kleinen Patienten und deren Eltern, ob und wenn ja welcher Eingriff sinnvoll ist. Diese gemeinsame Entscheidung ist abhängig von den Hänseleien und nachfolgenden seelischen Traumatisierungen, die einem Kind evt. drohen. Von diesen Faktoren ist auch die Kostenübernahme durch die Kassen abhängig. Erwachsene müssen den Eingriff selbst bezahlen, bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre machen die Kassen häufig eine Ausnahme. Wir dokumentieren die Fehlbildung per Foto und reichen die Abbildung gemeinsam mit dem Kostenübernahmeantrag ein. Da etwa ab dem dritten Lebensjahr die Ohrmuschel endgültig ausgeprägt ist, können wir ab diesem Lebensjahr Korrekturen ausführen.

Ein Beispiel für eine solche Fehlbildung sind die so genannten Segelohren. Das Anlegen der Ohrmuscheln dauert ca. 45 Minuten pro Ohr. Der Einschnitt wird unsichtbar hinter dem Ohr durchgeführt. Der kleine Patient muss eine  Weile ein Stirnband tragen, um ein erneutes Abklappen des Ohres zu verhindern.

Weitere, ggf. zu operierende Fehlbildungen:

Von einer Makrotie sprechen wir, wenn die Ohrmuscheln zwar normal geformt, aber übergroß gewachsen sind. Das Gegenteil, die Mikrotie bringt eine zu kleine oder unterentwickelte Ohrmuschel mit sich. Diese Fehlbildung kann mit dem Verschluss des Gehörgangs verbunden sein, der auf jeden Fall operativ eröffnet werden muss. Ein Darwin-Höcker ist ein so genannter Atavismus, also ein evolutionäres Relikt ehemals spitzer Säugetierohren. Der Höcker ist meist als kleine Knorpel-Ausbuchtung am Rand der Ohrmuschel. Bei einigen Chromosomen-Anomalien wie der Trisomie 21 sind die Ohren nach unten verschoben.