Angeborenes Fehlen oder angeborene(r) Verschluss bzw. Verengung des Dickdarms

Atresie, Stenose, Darmverschluss, Ileus, Anastomose, Bougierung, Stoma

Angeborenes Fehlen oder angeborene(r) Verschluss bzw. Verengung des Dickdarms

Fehlt ein Teil des Darms beim Neugeborenen oder ist der Darm bereits bei der Geburt verschlossen, so liegt in der Regel eine Fehlbildung vor, die während der Embryonalentwicklung entstanden ist. Diese Fehlbildungen gehen meist mit anderen Krankheitszeichen einher, mit denen sie zusammen ein Syndrom bilden, also ein Krankheitsbild, bei dem mehrere Symptome eine gemeinsame Ursache besitzen.

Wir müssen den angeborenen Verschluss des Dickdarm (Atresie) von der angeborenen Verengung (Stenose) unterscheiden. Eine ähnliche Symptomatik, aber andere Ursachen hat der Darmverschluss (Ileus). Sowohl Atresie als auch Stenose können in jedem Abschnitt des Darms auftreten. Die Therapie erfolgt in der Regel operativ. Die beschriebenen Fehlbildungen sind seltene Phänomene; die Dickdarmatresien und –stenosen kommen ca. einmal auf 20.000 Geburten vor.

Symptome

Da das Fehlen eines Darmabschnitts, eine Atresie oder eine Stenose sich unterschiedlich auswirken, es dazu noch auf die Lage der Fehlbildung ankommt, ist die Symptomatik relativ variabel. Ein wichtiges Symptom des Katzenauge-Syndroms beispielsweise ist die Analatresie, d.h. dem Neugeborenen fehlt der Anus. Starkes Erbrechen kommt immer vor, da die Nahrung den Verdauungstrakt nicht passieren kann. Ein aufgetriebener Unterbauch weist auf die Unpassierbarkeit des Darms hin. Der Stuhlgang fehlt völlig. Sitzt die Fehlbildung hoch, tritt das Erbrechen schneller ein als bei einer tiefen Atresie und der Bauch bleibt eher flach.

Diagnose

Bei einigen Syndromen, die immer mit der Fehlbildung des Dickdarms einhergehen, genügt die Inaugenscheinnahme, um einen Verdacht zu begründen. Besonders wichtig ist die pränatale (vorgeburtliche) Diagnostik per Ultraschall, durch die bestimmte Atresien / Stenosen erkannt werden können. Nach der Geburt kann auch eine Röntgenuntersuchung Klarheit schaffen.

Therapie

Die Behandlung erfolgt je nach Lage und Art der Fehlbildung, aber immer operativ. Wir müssen ggf. den Darm eröffnen, evt. fehlende Darmteile durch Anschluss zweier Teile überbrücken (Anastomose) bzw. verengte Stellen bougieren (erweitern). Unter Umständen legen wir vorübergehend einen künstlichen Darmausgang an (Stoma). In diesem Fall schulen wir die Eltern gründlich in der Versorgung des Darmausgangs.