Anhaltende (chronische) oder wiederkehrende Entzündung des Darms - Morbus Crohn

Morbus Crohn, Abszess, Fistel, Striktur, Illeus, Malabsorbsion, Koloskopie, Biopsie

Anhaltende (chronische) oder wiederkehrende Entzündung des Darms - Morbus Crohn

Unter Morbus Crohn verstehen wir eine chronische entzündliche Erkrankung vornehmlich des Dünn- und des Dickdarms. In selteneren Fällen kann jedoch der gesamte Verdauungstrakt einschließlich Mund, Speiseröhre, Darmtrakt und Rektum betroffen sein. Die Erkrankung äußert sich in Schüben, zwischen denen in der Regel beschwerdefreie Zeiten liegen. Der entzündliche Prozess bezieht sämtliche Schichten der betroffenen Schleimhaut ein. Komplikationen wie beispielsweise Abszesse (eingekapselte Eiteransammlungen), Fisteln (Verbindungsgänge mit anderen Hohlorganen oder der Hautoberfläche), Strikturen (Verengungen) bzw. ein Illeus (Darmverschluss) können wir in schweren Fällen beobachten, zudem verändert die Entzündung die Oberfläche der Darmschleimhaut. Dabei treten Verdickungen und Vernarbungen auf. Die Fähigkeit des Darms, Nahrung zu verwerten, ist gestört.

In Deutschland erkranken ca. 1000 Kinder und Jugendliche jedes Jahr neu an M. Crohn, wobei die Zehn- bis Zwölfjährigen und dann die Fünfzehn- bis Siebzehnjährigen gehäuft betroffen sind. Mädchen erkranken etwas häufiger an der Entzündung, deren Ursachen bis heute nicht geklärt sind. Eine bakterielle / virale Infektion kann nahezu ausgeschlossen werden, obwohl ein Befall mit bestimmten Erregern einer Grunderkrankung Morbus Crohn folgen kann. Die Erkrankung wird als Autoimmunkrankheit eingestuft, bei der genetische Faktoren aufgrund der beobachteten familiären Häufungen aber auch Umweltfaktoren wie Ernährung und übertriebene Hygiene als mögliche Ursachen diskutiert werden.

Symptome

M. Crohn wird häufig spät diagnostiziert, da die Krankheitszeichen zunächst sehr unspezifisch sind. Dazu zählen Appetitstörungen, regelmäßig wiederkehrende Bauchschmerzen, ebenso regelmäßige Durchfälle und – als Folge der schlechten Nahrungsverwertung – Gedeihstörungen bzw. Wachstumsstörungen. Fieber, Übelkeit und Erbrechen können wir ebenfalls beobachten. Bei einigen Patienten können zudem die Gelenke betroffen sein, außerdem die Haut und andere Organe. Wird die Grunderkrankung behandelt, verschwinden diese Symptome meist wieder.

Diagnose

Labormedizinische und bildgebende Verfahren sind die geeigneten Untersuchungsmethoden, einen Morbus Crohn zu diagnostizieren. Bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums fallen uns die Oberflächenveränderungen der Darmschleimhaut auf. Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel oder mittels MRT (Magnetresonanztomografie) zeigt uns ebenfalls die veränderten Strukturen. Eine endoskopische Untersuchung (Koloskopie, Spiegelung des Darms oder Gastroskopie, Spiegelung des Magens) mit der Entnahme von Gewebematerial (Biopsie) gibt letzten Aufschluss über die Schwere der Entzündung. Im Blut des kleinen Patienten finden wir beim Blutbild dann erhöhte Entzündungswerte.

Therapie

Die Krankheit ist ursächlich nicht zu heilen, darum müssen wir uns darauf konzentrieren, die Entzündung nebst ihren Folgen einzudämmen und die Gedeih-/Wachstumsstörungen zu bekämpfen. Die Umstellung der Ernährung auf eine spezielle balaststoffarme aber kalorien- und eiweißreiche Diät (Elementardiät) ist in der akuten Phase sehr hilfreich. Schwere Schübe können eine kurzzeitige Ernährung per Magensonde nötig machen. Die medikamentöse Therapie greift die Entzündung an. Eine Vielzahl verschiedener Pharmazeutika kommt je nach Schwere der Erscheinung in Frage. Wie bei Erwachsenen können Kortisone auch bei Kindern mit Erfolg eingesetzt werden. Diese Therapieform muss aufgrund von möglichen Nebenwirkungen engmaschig überwacht werden. Kommt es zu Verengungen oder zu einem Darmverschluss, ist eine operative Behandlung unumgänglich. Allerdings ist der chirurgische Eingriff nur im Notfall angezeigt; eine Verbesserung der Erkrankung ist damit nicht zu erzielen.