Atemnot beim Neugeborenen

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Atemnot des Neugeborenen

Etwa die Hälfte aller Frühgeborenen leiden unter einem Atemnotsyndrom; auf alle Neugeborenen hochgerechnet ist etwa jedes 100. Baby betroffen. Dabei umfasst der Begriff Atemnot in diesem Zusammenhang mehrere mögliche Ursachen, von denen wir Ihnen einige hier vorstellen möchten:

Atemnotsyndrom des Neugeborenen (hyalines Membransyndrom): Erst ab der 35. Schwangerschaftswoche bildet der kindliche Organismus die körpereigenen Substanzen, die zur Lungenreife und damit zum selbstständigen Atmen führen. Eine dieser Substanzen (Surfactant) sorgt dafür, dass die Oberflächenspannung der Lungenbläschen herabgesetzt wird; so können sie sich entfalten und erst ihre Funktion aufnehmen. Können Kinder Surfactant nicht selbst bilden, müssen wir die Flüssigkeit künstlich zusetzen. Zudem intubieren und beatmen wir Frühgeborene in der Regel künstlich.

Einatmen von Kindspech: Als Kindspech (Mekonium) bezeichnen wir den ersten Stuhl eines neugeborenen Kindes. Das Neugeborene setzt diese Mischung aus Hautzellen, eingedickter Galle und anderen unverdaulichen Bestandteilen in der Regel zwischen dem ersten und zweiten Lebenstag ab. In einigen Fällen kann das Kindspech allerdings vor bzw. unter der Geburt ins Fruchtwasser gelangen und von dem Neugeborenen unter Umständen eingeatmet werden. Die Ursache kann bei schwierigen bzw. langwierigen Geburten und bestimmten Infektionen liegen. Kommt ein Kind Mekoniumverschmiert zur Welt, liegt der Verdacht nahe, dass das Kindspech auch in die Atemwege gelangt ist. In diesem Fall müssen Mund und Rachen abgesaugt werden.

Zwerchfellhernie: Unter einer Hernie verstehen wir einen Bruch, eine Aussackung oder –stülpung. Eine für Früh- und Neugeborene gefährliche Hernie entsteht, wenn durch die Zwerchfelllücke Bauchorgane in den Brustraum vordringen und die Lungen sowie das Herz verdrängen. Die Folge sind Atemnot und Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Wird während der Schwangerschaft eine Zwerchfellhernie festgestellt, muss der Bruch in unserem Perinatalzentrum chirurgisch versorgt werden. Eine Zwerchfelllücke besteht auch bei gesunden Kindern und bezeichnet den Durchgang für die Speiseröhre vom Brust- zum Bauchraum.

Pneumothorax: Hierbei handelt es sichum einen Notfall, bei dem Luft in die Pleurahöhle eindringt. In diesem engen Raum in der Brusthöhle herrscht immer ein geringer Unterdruck. Tritt nun Luft ein, kann sich die Lunge nicht mehr entfalten und es entsteht eine lebensbedrohliche Situation.

Symptome

Die Symptome, die die beschriebenen Formen der Atemnot begleiten, sind im großen und ganzen ähnlich: Die Haut, Lippen und Schleimhäute färben sich blau, die Atmung ist erschwert bzw. stark beschleunigt, das Kind zieht den Brustkorb sichtbar ein und es stöhnt beim Ausatmen.

Im Krankenhaus Auf der Bult versorgen wir jährlich über 90 Neugeborene mit akter Atemnot.