Bettnässen, Einnässen

Bettnässen, Blasenkontrolle, primäre Enuresis, sekundäre Enuresis, Harnwegsinfekte, häufiger Harndrang, Blasentraining, Klingelhose

Bettnässen, Einnässen

Kleine Kinder machen nachts ins Bett, das ist ein ganz normaler Vorgang. Bei Kindern unter fünf Jahren ist die Blasenkontrolle noch nicht ausgereift, die hormonelle Steuerung, die für Blasenfülle und -kontrolle zuständig ist, hat sich noch nicht vollends entwickelt. Falls das Kind ab dem sechsten Lebensjahr sich immer noch einnässt oder – falls es bereits trocken war und nachts wieder ins Bett uriniert – sollte ggf. ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall könnte es sich um eine Entwicklungsverzögerung handeln, die die primäre Enuresis (medizinisch für Einnässen) auslöst. Eine solche Reifeverzögerung kann ererbt sein; die Fälle häufen sich im engen familiären Umfeld. Ist das Kind schon länger trocken und fängt dann wieder an, sich einzunässen (sekundäre Enuresis), können beispielsweise Harnwegsinfekte, eine Fehlbildung der Harnwege oder ein Diabetes Mellitus die Ursache sein. Auch psychische Probleme des Kindes, etwa bei einer Scheidung, können das Problem auslösen.

Was auch immer die Ursache sein mag: Neben einer eventuell notwendigen medizinischen Behandlung ist es ganz wichtig, dass Sie Ihrem Kind den Rücken stärken. Vor allem müssen Sie ihm erklären, dass es weder Schuld hat noch sich schämen muss. Vor allem: Setzen Sie das Kind niemals unter Druck.

Symptome

Bei der primären Enuresis nocturna (nächtliches Einnässen) liegt das Kind in tiefem Schlaf, die Blase entleert sich unbewusst bei großer Harnmenge. Bei der sekundären Enuresis kommt die Harnentleerung dagegen im wachen Zustand vor. Weitere beachtenswerte Krankheitszeichen, die auf eine Erkrankung der Harnwege / der Harnblase hindeuten sind häufiger Harndrang (täglich sechsmal oder häufiger) oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Diagnose

Da das Bettnässen (Einnässen) selbst nur ein Symptom ist, dass auf eine Grunderkrankung hindeutet, ist es wichtig, die Krankengeschichte (Anamnese) genau zu kennen. Dazu ist wichtig zu wissen, ob es in der Familie Vorgänge gibt, die das Kind psychisch belasten könnten. Eine Untersuchung per Ultraschall (Sonografie) gibt Aufschluss über Fehlbildungen der Harnwege und der Nieren. Dazu muss der Urin auf Entzündungszeichen untersucht werden. Hilfreich sind für den behandelnden Arzt auch Aufzeichnungen darüber, wie oft und wann das Kind auf die Toilette muss, welche Mengen Urin dabei anfallen und ob es Auffälligkeiten (z.B. Geruch des Urins) gibt.  

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach den Ursachen des Bettnässens. Gute Ergebnisse erzielen wir mit einem speziellen Blasentraining. Eine so genannte Klingelhose, die beim Kontakt mit Flüssigkeit das Kind durch ein Klingeln weckt, hilft ihm zu lernen, wann die Blase gefüllt ist. Ist eine Fehlbildung der Harnwege der Grund, wird ggf. ein operativer Eingriff nötig. Bei Harnwegsinfekten ist eine medikamentöse Therapie der Infektion angeraten. Zudem können wir ein Medikament einsetzen, dass dem Hormon ähnelt, welches die Blasenfülle steuert.