Eitrige Entzündung des Mittelohrs mit Zerstörung von Knochen und fortschreitender Schwerhörigkeit - Cholesteatom

verhornte Hautzellen, Plattenepithel, Schallleitungsschwerhörigkeit, Fazialisparese, Taubheit, Rekonstruktion, Titanimplantate, Second-look Operation

Eitrige Entzündung des Mittelohrs mit Zerstörung von Knochen und fortschreitender Schwerhörigkeit - Cholesteatom

Ein Cholesteatom des Mittelohres entsteht, wenn verhornte Hautzellen hinter dem Trommelfell ins Mittelohr einwuchern. Bei gesunden Kindern verhindert das geschlossene Trommelfell diese Fehlentwicklung. Diese Plattenepithel genannten Zellen bilden mehrere Schichten, in denen sich Bakterien einnisten können und die den Abfluss von Sekreten behindern bzw. in der Folge einen starken Druck aufbauen. Dieser Druck und die bakteriell bedingte, chronische Entzündung der Knochen des Mittelohres bewirken die Zerstörung der Gehörknöchelchen. Da unterschiedliche Vorgänge das Entstehen eines Cholesteatom bedingen, unterscheiden wir

1. Das primäre Cholesteatom: Bei diesem Krankheitsbild fehlen Infektionen des Mittelohres in der Krankengeschichte.

2. Das sekundäre Cholesteatom: Hier geht dem C. Mittelohrentzündungen voran.

3. Das kongenitale Cholesteatom: Diese seltene Form entsteht bereits während der Embryonalentwicklung.

Symptome

Fließt eine übelriechende Flüssigkeit aus dem Ohr Ihres Kindes, ist dies der erste Anhaltspunkt für die chronische Knochenentzündung. Diese Flüssigkeit ist gelb gefärbt- eine Folge ihres hohen Cholesterinanteils, der dem Phänomen zu seinem Namen verholfen hat. Dazu kommen Ohr- und Kopfschmerzen, evt. auch Fieber. Schreitet die Erkrankung weiter voran, stellt sich Schwerhörigkeit ein. Diese entsteht, weil die Signale über die Knochen des Mittelohres nicht mehr übertragen werden können (Schallleitungsschwerhörigkeit). Oft kommt Schwindel dazu und, in besonders schweren Fällen, eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazalisparese), am Ende steht die Ertaubung.

Diagnose

Die Erkrankung ist den speziellen Mitteln der HNO-Diagnostik gut zu erkennen. Per Mikroskopie werden die Epithelzellen sichtbar. Eine Untersuchung per Computertomografie oder Magnetresonanztomografie gibt uns Aufschluss über die Beschädigung der Knochen des Mittelohres. Außerdem können wir per Audiogramm feststellen, inwieweit das Hörvermögen bereits eingeschränkt ist.

Therapie

Ein Eingriff ist mit den Mitteln der modernen HNO-Heilkunde erfolgversprechend, abhängig vom Grad und der Art der Beschädigung. Die Operation selbst geschieht mittels Ohrmikroskop, mit dessen Hilfe wir die feinen Strukturen des Mittelohrs sehr gut sichtbar machen können. Das Ziel der Operation ist es, das Cholesteatom vollständig zu entfernen. Sind die Hörknöchelchen so geschädigt, dass die Schallleitung teilweise oder ganz unterbrochen ist, besteht ein zweites Ziel in der Rekonstruktion dieser Knochenstrukturen mittels Titanimplantate. Je nach den Umständen der Erkrankung werden beide Ziele in einem Eingriff angestrebt oder ein zweiter Eingriff anberaumt (so genannte Second-look Operation).