Entzündung der Dickdarmschleimhaut – Colitis ulcerosa

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Entzündung der Dickdarmschleimhaut – Colitis ulcerosa

Morbus Crohn, die chronisch-entzündliche Darmentzündung haben wir bereits vorgestellt. Mit dieser Erkrankung eng verwandt ist die Entzündung der Dickdarmschleimhaut, Colitis ulcerosa. Im Gegensatz zu Morbus Crohn, die den gesamten Verdauungstrakt und alle Schichten des Darms befallen kann, beschränkt sich C. ulcerosa auf die Schleimhaut des Darms. Trotzdem sind die Krankheitsbilder unter Umständen nicht leicht voneinander abzugrenzen, da beide einen schubweisen Verlauf nehmen: Phasen mit ausgeprägter Entzündungssymptomatik wechseln sich mit beschwerdefreien Zeiten ab. Ein Schub kann vier bis acht Wochen dauern und mehrmals jährlich vorkommen. Bei den Ursachen ist die medizinische Forschung noch nicht zu einer abschließenden Beurteilung gekommen. Diskutiert werden genetische Faktoren, aber auch Umwelteinflüsse und die Ernährung.

Die Krankheit beginnt meist in der Pubertät, jedoch können auch Schul- und Kleinkinder an C. ulcerosa erkranken. Die Entzündung kann mit Komplikationen wie Narbenbildung, Geschwülsten und Abszesse im Bereich des Dickdarms einhergehen. Die Krankheit ist ursächlich nicht zu behandeln, es werden allerdings auch Fälle von Spontanheilung beschrieben.

Symptome

Ein Leitsymptom der Dickdarmschleimhaut-Entzündung ist ein blutiger Durchfall, der mit starken Bauchschmerzen, häufig auch Fieber, Übelkeit, Erbrechen, zwanghaften Stuhlabgängen und Stuhlinkontinenz einhergeht. Diese Symptome weisen auf einen akuten Schub hin. Bei schweren Schüben kommt Herzrasen und Blutarmut dazu. Hautirritationen, Entzündungen der Augen und der Gelenke sind eher seltene Komplikationen. Die Kinder wirken abgeschlagen, müde und blass, was ursächlich mit der gestörten Aufnahmefähigkeit der Darmschleimhaut (Malabsorbtion) für Nährstoffe zu tun hat.

Diagnose

Die notwendigen Untersuchungen gleichen der Diagnosestellung bei Morbus Crohn. Dazu zählt die Blutuntersuchung, bei der wir Entzündungszeichen feststellen können. Mit Hilfe der bildgebenden Verfahren Ultraschall, MRT und Röntgen mit Kontrastmittel erkennen wir die Entzündung und deren Auswirkungen auf der Oberfläche der Schleimhaut. Eine endoskopische Untersuchung der betroffenen Areale mit einer Entnahme von Gewebe ist für die exakte Diagnostik ebenfalls wichtig. 

Therapie

Die medikamentöse Behandlung mit entzündungshemmenden und immunsupressiven Mitteln steht im Zentrum der Behandlung. Eine ballaststoffarme Diät schont die Darmschleimhaut. In sehr schweren Fällen ist die Entnahme des Dickdarms mit der Rekonstruktion der fehlenden Darmteilen aus Dünndarmgewebe unumgänglich.