Gallensteinleiden

Cholelithiasis, Steine, Konkremente, Gallenblase, Gallengang

Gallensteine (Cholelithiasis)

Gallensteinleiden sind bei Kindern eher selten anzutreffen. Mädchen sind nach der Pubertät häufiger betroffen als Jungen, was mit dem Hormonhaushalt zusammenhängen könnte. Die Steine (Konkremente) entstehen, wenn sich zuviel Cholesterin oder Bilirubin (ein Pigment) in der Gallenflüssigkeit befinden. In diesem Fall ballen sich die Partikel zusammen und bilden die Steine (Cholesterin- oder Pigmentsteine). Die Gallensteine können sowohl in der Gallenblase als auch im Gallengang stecken. Die Ursachen für die Cholelithiasis können vielfältig sein. Dazu zählen unter anderem fette, ballaststoffarme Ernährung, Übergewicht, Morbus Crohn und zahlreiche andere Erkrankungen sowie genetische Faktoren.

Symptome

Das hervorstechende Symptom sind u.a. Schmerzen, die vom Oberbauch in Rücken und Schulter ausstrahlen, Schmerzen, die in Wellen kommen (Koliken), Druckschmerzen, eine Braunfärbung des Urins, heller Stuhl, allgemeine Krankheitszeichen wie Übelkeit und Erbrechen, Gelbsucht.

Diagnostik

Neben der klinischen (körperlichen) Untersuchung ist die Sonografie (Ultraschalluntersuchung) eine zuverlässige Methode. Auch andere bildgebende Verfahren wie das CT (Computertomografie) und das MRT (Magnetresonanztomografie) sind Erfolg versprechend. Eine normale Röntgenuntersuchung funktioniert jedoch nicht, denn sofern die Steine nicht kalkhaltig sind, sind sie auf dem Röntgenbild unsichtbar.

Therapie

Viele Gallensteine werden nie entdeckt, weil sie keine Beschwerden auslösen. Ist jedoch ein chirurgischer Eingriff angezeigt, kommt in der Regel eine endoskopische Behandlung in Frage. Die Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP)wird seit den späten siebziger Jahren erfolgreich bei Kindern angewendet. Mit Hilfe der Therapie können wir die Steine besonders schonend aus dem Gallengang entfernen. Dabei wird ein Endoskop über den Mund eingeführt und der Stein unter Sicht – das Endoskop besitzt eine entsprechende Optik – entnommen.

Eine andere Möglichkeit ist die Entfernung der Gallenblase mit Hilfe eines laparoskopischen Eingriffs (Bauchspiegelung). Die Methode zeichnet sich durch einen in der Regel komplikationsfreien Verlauf aus.