Knochenbruch des Schädels, bzw. der Gesichtschädelknochen

Schädel-Hirntrauma, Gehirnerschütterung, Bewußtlosigkeit, Bewusstseinstrübung, Schädelfraktur, Schädelinnenraum, Kopfschmerzen, Hirnblutungen

Knochenbruch des Schädels, bzw. der Gesichtsknochen

Verletzungen des Kopfes sind bei Kindern und Jugendlichen relativ häufig. Sie reichen von leichten Anpralltraumen mit oder ohne Platzwunden bis hin zu so genannten Hochransanztraumen – etwa nach Autounfällen – mit Verletzungen der Knochen, des Gehirns und der Weichteile. Der Statistik nach erleiden 82 Prozent der Kinder ein leichtes Schädel-Hirntrauma (SHT), 14 Prozent ein mittel- bis schwergradiges SHT und vier Prozent versterben aufgrund des Schädel-Hirntrauma. Verletzungen des Gesichtsschädels kommen im Kindesalter eher selten vor. In der Regel ist der Gehirnschädel betroffen, da er beim Kind im Verhältnis zum Gesichtsschädel deutlich größer ist als beim Erwachsenen.

Wir unterscheiden Schädel-Hirntraumen verschiedener Schweregrade:

  • SHT 0°:  Schädelprellung, keine Bewusstlosigkeit, kein Gedächtnisverlust (Amnesie)
  • SHT I°: Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) Kurze Bewusstlosigkeit (unter 5 Minuten), Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, kurze Amnesie
  • SHT II°: Schwere Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit
  • SHT III°: Der Patient liegt im Koma

Wie erkennen wir die Verletzungen und ihre Folgen?

Zunächst untersuchen wir das Kind körperlich. Um beurteilen zu können, wie stark die Verletzung des Gehirns ist, testen wir vornehmlich die Bewusstseinslage, d.h. wie das Kind auf verschiedene Reize reagiert. Anhand einer bestimmten Skala (Glasgow-Coma-Scale, GCS) testen wir die Motorik (max. 6 Punkte), die Reaktion des Patienten auf mündliche Ansprache (5 Punkte) und die Reaktion der Augen (4 Punkte). Die Ergebnisse werden zusammengefasst und ergeben:

  • 13-15 Punkte bedeutet ein leichtes SHT
  • 9-12 Punkte bedeutet ein mittelschweres SHT
  • 8 oder weniger Punkte ergeben ein schweres SHT

Ein Kind mit einem leichten Schädel-Hirntrauma überwachen wir mindestens 24 Stunden. Eine routinemäßige Röntgen-Schädel-Untersuchung ist nicht notwendig, ebenso keine Untersuchung per Computertomografie (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT).

Wenn die Untersuchungen den Verdacht auf eine Schädelfraktur ergeben (eines der Symptome sind eine entsprechende Schwellung über dem Schädelknochen), röntgen wir den Schädelknochen mit zwei Röntgenbildern (2 Ebenen). Bei einem Verdacht auf eine Verletzung innerhalb des Schädelinnenraumes (intrakranielle Verletzung) fertigen wir ein CT des Schädels an. Das passiert immer dann, wenn sich die Bewusstseinslage (GCS) verschlechtert, wenn neurologische Defizite bestehen, bei Krampfanfällen, anhaltenden Kopfschmerzen oder Erbrechen.

Wie behandeln wir die Frakturen?

Schädelfrakturen heilen in der Regel von alleine ohne spezifische Therapie. Ausnahmen stellen die sogenannten Impressionsfrakturen und die offenen Schädelfrakturen dar. Als offene Schädelfraktur definieren wir den Bruch des Schädelknochens mit verletzter Kopfschwarte und verletzter harter Hirnhaut. In diesem Fall ist der Schädelinnenraum äußeren Einflüssen ausgesetzt und Keime können mit der Gefahr einer Hirn- und Hirnhautentzündung eindringen. Diese Frakturen müssen wir unmittelbar operieren. Bei geschlossenen Impressionsfrakturen, bei denen ein Teil des Schädelknochens in den Schädelinnenraum ragt, heben wir den Knochen an, um eine Irritation des Gehirns zu vermeiden, da als Spätfolge eine Epilepsie entstehen kann.

Gefährliche Komplikationen bei Schädel-Hirntraumen mit oder ohne Frakturen stellen Blutungen oberhalb oder unterhalb der harten Hirnhaut dar. Die Blutungen üben Druck auf das Gehirn aus und können bei zu spätem Erkennen zum Tode des Patienten führen. Eine solche Blutung muss so schnell wie möglich operiert werden. Um eine Blutung im Schädelinneren rechtzeitig zu erkennen, überwachen wir die Kinder engmaschig. Die Blutung erkennen wir aus den bereits erhobenen Befunden wie Blutdruck, Pulsfrequenz, Bewusstseinslage, Pupillenreaktion und Hämoglobingehalt (Hb) des Blutes.