Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und des Gefühlslebens

Bindungsstörung, soziale Störung, emotionale Beziehung, Aggressionen, Distanzlosigkeit, abnorme Beziehungsmuster

Bindungsstörung beim Kind

Das Phänomen der Bindungsstörung zählen wir zur Gruppe der sozialen Störung. Dabei lassen sich, je nach Typ der Erkrankung, sowohl soziale als auch emotionale Auffälligkeiten feststellen. In der so genannten gehemmten Form treten unter anderem Autoaggression, eingeschränkte Interaktion mit Gleichaltrigen, Furchtsamkeit sowie Mangel an emotionalen Reaktionen auf.

In der „ungehemmten“ Erscheinungsform treten in der Regel soziale Störungen wie beispielsweise gegen sich selbst und andere gerichtete Aggressionen, Distanzlosigkeit oder abnorme Beziehungsmuster zu Betreuungspersonen auf. Eine mögliche Ursache der beschriebenen Phänomene liegt in der Vernachlässigung und Verwahrlosung des Kindes und tritt circa ab dem fünften Lebensjahr auf.

Wie erkennen wir eine Bindungsstörung?

Bei der Diagnose ist es zunächst wichtig, andere, beispielsweise psychotische Krankheitsbilder oder Autismus auszuschließen. Ferner müssen wir die gesamte kindliche Entwicklung betrachten. Dazu beziehen wir das gesamte Umfeld, Eltern, Betreuer, ggf. Lehrer und Kindergärtnerinnen ein. Unsere Informationen erhalten wir u.a. über spezielle Fragebögen. Bei der Diagnostik beziehen wir auch körperliche Untersuchungen mit ein.

Wie behandeln wir Beziehungsstörungen?

Das Behandlungsziel besteht darin, dass das Kind langfristige und stabile emotionale Beziehungen aufbauen kann. Wir beraten die Bezugspersonen, in der Regel die Eltern, über Symptomatik, Verlauf und Prognose der Störung. Beratung und Begleitung ist – auch bezogen auf andere Bezugspersonen in der Familie, Schule und Kindergarten – ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Krankengymnastik und Ergotherapie können ebenfalls sinnvolle Behandlungsformen sein.