Kopfschmerz

Migräne, Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerztagebuch, neurologischen Ausfallerscheinung

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen zählen bei Kindern wie bei Erwachsenen zu den häufigsten Schmerzphänomenen. Nahezu jedes Kind im Alter bis zwölf Jahre hat irgendwann mal Erfahrung mit Kopfschmerzen gemacht, nahezu jedes Zehnte leidet regelmäßig unter Migräne. Es existiert eine Reihe unterschiedlicher Kopfschmerzen; zunächst unterscheiden wir zwei Gruppen von Schmerzen: die primären und die sekundären Kopfschmerzen. Bei der primären Erscheinungsform ist der Schmerz selbst die Erkrankung, bei der sekundären Form ist der Kopfschmerz Symptom einer Grunderkrankung. Da es eine ganze Bandbreite von Kopfschmerzen mit unterschiedlichen Ursachen, Wirkungen und Folgen gibt, wollen wir Ihnen nur die wichtigsten Erscheinungen in einer kurzen Übersicht zeigen.

Die Ursachen beispielsweise der Migräne sind noch wenig erforscht. Vieles deutet jedoch auf genetische Faktoren hin. Spannungskopfschmerzen können z.B. durch Stress, starke körperliche Anstrengung oder Schulangst ausgelöst werden. Häufig verschwinden Kopfschmerzen wieder, wenn die temporäre Ursache beseitigt ist – etwa ein grippaler Infekt – und sind eine eher harmlose Begleiterscheinung. Jedoch können Kopfschmerzen ein Symptom einer ernstzunehmenden Erkrankung wie die Hirnhautentzündung darstellen. Auch auf Tumoren – bei Kindern recht selten –  können sie hinweisen.

Der behandelnde Arzt wird intensiv nach der Krankengeschichte fragen (Anamnese). Dabei interessieren ihn zur Bestimmung des Schmerzes die Antworten auf folgende Fragen: Wo erscheint der Schmerz (Stirn, Seiten, Nacken, unbestimmt / wandernder Schmerz)? Wann tritt er auf (z.B. am Morgen, unmittelbar nach dem Schlaf, nach der Schule)? Wie äußert sich der Schmerz (pochend, ziehend, drückend, pulsierend)? Um diese Fragen umfassend und detailliert beantworten zu können, sollte das Kind ein Kopfschmerztagebuch führen, in dem es Ort, Tageszeit, Intensität und Dauer des Schmerzanfalls aufzeichnet.

In bestimmten Fällen ist außerdem eine Abklärung eines anderen Verdachts (Verletzung, Tumor) mittels Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztherapie (MRT) ratsam.

Migräne: Die Symptome einer Migräne bei Kindern ähneln – mit wenigen Unterschieden – denen erwachsener Patienten. Ein pulsierender, pochender Schmerz zieht sich über beide Kopfseiten und die Stirn. Übelkeit und Erbrechen, erhöhte Sensibilität gegen Licht und Lärm gehen ggf. mit neurologischen Ausfallerscheinungen (Lichtblitze, Taubheitsgefühle, Schwindel) einher. Die Anfälle verschwinden meist nach zwei Stunden wieder. Kinder, die während eines Anfalls einschlafen, wachen häufig ohne Beschwerden wieder auf.

Die Migräne ist ursächlich nicht heilbar, die Eltern können aber mit einfachen Mitteln Linderung erreichen. Schlaf in einem ruhigen, abgedunkelten Raum ist in vielen Fällen ausreichend. Kalte Tücher auf der Stirn tun ebenfalls gut. Allerdings sollte in Fällen schwerer Migräneattacken an eine medikamentöse Behandlung gedacht werden. Der behandelnde Arzt stellt das Kind i.d.R. auf Arzneien wie Ibuprofen oder Paracetamol ein. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht des kleinen Patienten. Auch Mittel gegen die Übelkeit und das Erbrechen sind hilfreich. Bei sehr schweren Attacken ist ggf. eine medikamentöse Prophylaxe mit speziellen Pharmazeutika notwendig. Acetylsalicylsäure-haltige Medikamente sind für Kinder ungeeignet und unter Umständen schädlich.

Spannungskopfschmerz: Dieser Kopfschmerz tritt entweder sporadisch – Mediziner sprechen von episodisch – oder an mehr als 15 Tagen im Monat auf, dann gilt der Schmerz als chronisch. Wie bereits gesagt, sind die Ursachen vielfältig: Verspannungen, Schulangst und -stress zählen dazu. Der Schmerz erscheint beidseitig, drückend bis ziehend. Dazu kommt – seltener – Licht- oder Schallempfindlichkeit.  Auch hier sind die Ursachen nicht ganz klar, viele Faktoren können zusammenkommen. Auch beim Spannungskopfschmerz sollte man zunächst nichtmedikamentöse Strategien vorziehen. So können Ruhe, Sport an der frischen Luft und Entspannungstraining den Schmerzen entgegenwirken, auch hilft es, während eines Anfalls die Schläfen des Kindes mit Pfefferminzöl einzureiben. Bei sehr starken, periodisch wiederkehrenden Schmerzen passen wir die medikamentöse Therapie an das Alter des Kindes und die Art des Kopfschmerzes an.