Krankheit der Niere, der Harnwege bzw. der Harnblase

Steinerkrankung, Harnstein, Ureterstein, Konkrement, Stenose, Cystinurie, Kolik, Stoßwellen-Lithotripsie

Krankheit der Niere, der Harnwege bzw. der Harnblase

Ein häufiges Krankheitsbild in der Urologie sind Harnsteine, die wir in der Niere, dem Harnleiter und der Blase diagnostizieren können. Kinder sind seltener betroffen als Erwachsene, allerdings ist die Erkrankung bei den Kleinen auf dem Vormarsch. Mögliche Ursachen liegen in einer falschen Ernährung, ungenügender Flüssigkeitszufuhr und Übergewicht. Auch bestimmte Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Infektionen bzw. der Diabetes mellitus begünstigen die Steinbildung wie auch Verengungen (Stenosen) und angeborene Krankheiten (Cystinurie).

Die auch Konkrement genannten Steine entstehen, wenn bestimmte Salze im Urin kristallisieren und sich anschließend zusammenballen. Harnsteine, die aus Harnsäure bestehen, können wir medikamentös behandeln, bei Kalziumhaltigen Steinen benötigen wir andere Behandlungsstrategien. Steine, deren Durchmesser unter einer gewissen Größe liegt, werden unter Umständen mit dem Harn ausgespült. Auch hier kommt es häufig zu Koliken, die wir mit Schmerzmitteln und krampflösenden Medikamenten behandeln können.

Eine hundertprozentig verlässliche Vorsorge gegen die Steinerkrankung gibt es nicht. Jedoch minimieren Sie das Risiko, dass Ihr Kind erkrankt, durch die richtige Ernährung (u.a. durch den Verzicht auf Chips, Pommes, süße Limonaden), genügend Flüssigkeitszufuhr (vor allem Wasser und Tees) sowie ausreichend Bewegung.

Diagnose und Therapie

Nachdem der Urologe die Anamnese (Krankengeschichte) sowie die Ess- und Lebensgewohnheiten abgefragt hat, folgt die körperliche Untersuchung. Die bereits erwähnten Koliken und evt. deutlich sichtbares Blut im Urin sind bereits klare Zeichen für die Erkrankung. Eine Blutuntersuchung schließt sich an. Per Sonografie (Ultraschall) und Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel kann der behandelnde Arzt die Art und Lage des Steins genau bestimmen.

Da Dreiviertel aller Steine den Körper auf natürliche Weise über die Harnwege verlassen, ist oft eine weitergehende Therapie überflüssig. Mit Schmerzmittel und krampflösenden Medikamenten können wir diesen Prozess unterstützen. Wichtig ist auch, dass das Kind viel trinkt. Kommt es zu keinem Abgang auf natürlichem Weg, richtet sich die Behandlung nach Art, Zusammensetzung, Größe und Lage des Steins. Harnsäuresteine können wir mittels Medikamentengabe auflösen. Mit Hilfe der Stoßwellen-Lithotripsie können wir den Stein ohne Eingriff zertrümmern; die dabei entstehenden Fragmente scheidet der Körper aus. Darüber hinaus stehen uns verschiedene Arten der minimal-invasiven, also besonders schonenden Chirurgie zur Verfügung. Offene Operationen werden heutzutage nur äußerst selten durchgeführt.