Psychische bzw. Verhaltensstörung durch Wirkstoffe aus der Hanfpflanze wie Haschisch oder Marihuana

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Psychische bzw. Verhaltensstörungen durch Wirkstoffe aus der Hanfpflanze wie Haschisch oder Marihuana

Der Konsum von Cannabis-Produkten – Haschisch oder Marihuana, als Joint bzw. in der Pfeife geraucht, als Plätzchen gegessen oder im Kakao getrunken – wird immer noch verharmlost. Die Zahl der problematischen Konsumenten ist gleichbleibend hoch. Gleichzeitig hat sich der THC – Gehalt der Hanfpflanzen, also der Gehalt an psychogenen Substanzen, durch spezielle Züchtungen vermehrfacht. Enthielten die Cannabispflanzen vor den achtziger Jahren durchschnittlich ca. fünf Prozent des Wirkstoffs, können heutige Cannabisprodukte bis zu 20 Prozent Tetrahydrocannabiol (THC) enthalten.

Studien belegen, dass der regelmäßige Missbrauch von Marihuana Veränderungen des Gehirns bewirkt, die sich u.a. in Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit sowie Störungen des Denk- und Lernvermögens äußern. Auch somatische (körperliche) Symptome beobachten wir sowie psychische Auswirkungen. Eine drogeninduzierte Psychose ist bei regelmäßigem Missbrauch nicht auszuschließen, ebenso wenig wie ein psychisches Abhängigkeitssyndrom. Die körperliche Abhängigkeit ist im Gegensatz dazu jedoch schwach ausgeprägt. Die Cannabispsychose führt nach starkem Missbrauch zu einem Schizophrenie-artigen Krankheitsbild, vor allem bei Personen, die für diese Form der psychischen Erkrankung anfällig sind.

Symptome

Ein einheitliches Krankheitsbild wie bei vielen körperlichen Erkrankungen ist schwerlich zu formulieren. Dazu hängen die Symptome zu sehr von der körperlichen und seelischen Konstitution des Patienten, von der Menge und Regelmäßigkeit des Cannabismissbrauchs, auch von seinem familiären und sozialen Umfeld ab. Bei regelmäßigem, starkem Missbrauch können sämtliche kognitive Funktionen wie Denk-, Merk- und Lernfähigkeit, das Konzentrationsvermögen und die Motorik eingeschränkt werden. Phobien, Halluzinationen, schizophrene Episoden treten deutlich häufiger auf als bei abstinenten Personen.

Diagnose + Therapie

Die diagnostischen Kriterien, nach der eine Cannabissucht festgestellt wird, entspricht denen anderer Suchterkrankungen. Dazu gehören regelmäßiger, exzessiver Konsum, das schwer kontrollierbare Verlangen nach dem nächsten Joint, das Auftreten der beschriebenen seelischen Symptomatik und körperliche Beschwerden. Weitere Anhaltspunkte für eine behandlungswürdige Erkrankung bestehen in der Rolle, die das Suchtmittel für den Patienten spielt. Spätestens, wenn die Droge mehr und mehr im Mittelpunkt steht, andere Interessen, Freunde, Hobbys, die Schule dagegen zurücktreten müssen und der Jugendliche verwahrlost, ist eine Suchtkrankheit wahrscheinlich.

Auf unserer Therapiestation bieten wir ein zweiphasiges Therapiekonzept für Jugendliche mit Suchtproblematik an. In der Aufnahmephase führen wir den Entzug von der Droge durch; außerdem behandeln wir die körperlichen Folgeerscheinungen der Sucht. In der nachfolgenden Behandlungsphase kombinieren wir verschiedene Therapieangebote (Einzel-, Gruppenpsychotherapie, Familientherapie) mit unterschiedlichen Aktivitäten. Während der gesamten Therapie steht die Behandlung der Grundstörung im Fokus. Das Ziel der Therapie ist es, die Jugendlichen an einen geregelten Alltag ohne Drogen heranzuführen, in dem sie wieder Verantwortung für ihr Leben übernehmen können. Akute drogeninduzierte Psychosen können wir auf Teen Spirit Island nicht behandeln.