Stumpfes Bauchtrauma

Stumpfes Bauchtrauma, Unfall, unversehrte Bauchdecke, Organrisse, Schockzustand

Stumpfes Bauchtrauma (Abdominaltrauma)

Von einem stumpfen Bauchtrauma sprechen wir, wenn die Verletzung des Bauchraums durch die Einwirkung einer stumpfen Kraft – im Fall eines Unfalls bei Kindern etwa der Sturz auf einen Fahrradlenker – eintritt. Die Bauchdecke ist, bis auf eine eventuelle Prellung bzw. ein Hämatom, unverletzt. Meist sind solche Verletzungen unbedenklich, bei schwereren Bauchtraumata (z.B. durch einen Verkehrsunfall) besteht die Gefahr innerer Verletzungen und Blutungen durch Risse (Rupturen) diverser innerer Organe. Hauptsächlich betroffen sind die Milz, Leber, Blase, Nieren, Bauchspeicheldrüse, das Zwerchfell sowie die Aorta. Die Verletzung eines oder mehrerer dieser Organe kann Blutverlust, Schock und damit Lebensgefahr nach sich ziehen. In diesen Fällen ist immer eine Operation angezeigt.

Symptome

Auch bei leichten Traumata kann es zu Schmerzen im Bauchraum kommen. Dazu gesellen sich bei schweren Verletzungen die Anzeichen des Schocks mit kaltem Schweiß, blasser Haut, Ohnmacht, Schwindel, erhöhter Herzfrequenz und Angstzustände.

Diagnose

Je nach dem, wo der Patient den Schmerz lokalisiert, tastet der Arzt bei der körperlichen Untersuchung die Bauchdecke ab. Diese Untersuchung kann durch eine Ohnmacht des Patienten erschwert werden.

Besonders aufschlussreich sind bildgebende Verfahren. Bei jedem Unfallopfer röntgen wir den Thorax. Dabei können wir auch eventuelle Brüche, etwa der Rippen, entdecken. Ein Standardverfahren stellt die Untersuchung mittels Ultraschall dar. Eine Untersuchung der betroffenen Körperregionen mittels Computertomografie mit Kontrastmittel führen wir immer durch. Neben dem Bauchtrauma müssen wir gleichzeitig nach Brüchen, etwa des Beckens, suchen.

Therapie  

Die Behandlung hängt stark von dem betroffenen Organ, dem Zustand des Patienten und dem Grad der Verletzung ab. Ist der Kreislauf stabil, sind keine Zeichen eines Schocks festzustellen, reicht zunächst die Beobachtung auf der Intensivstation. Auch die Art des Eingriffs hängt von verschiedenen Faktoren ab, nach deren Abwägung wir entweder eine laparoskopische oder offene Operation durchführen.