Verätzung von Mund und Speiseröhre

Speiseröhrenverätzungen, Säuren, Laugen, Verengungen der Speiseröhre, Durchbruch der Speiseröhrenwand

Verätzung von Mund und Speiseröhre 

Speiseröhrenverätzungen treten häufig auf, wenn Kinder (meistens Kleinkinder unter fünf Jahren) versehentlich ätzende Flüssigkeiten trinken, wie z.B. WC- oder Abflussreiniger. Man unterscheidet Säuren- und Laugenverätzungen. Laugen sind schädlicher als Säuren. Sie führen zu einer tiefen Zerstörung und Verflüssigung des Gewebes mit Tendenz zum Durchbruch der Speiseröhrenwand, die lebensbedrohlich sein kann. Säuren zerstören meist nur die obere Schicht der Wand. Sie führen zu einer Gerinnung des Zelleiweiß. Die Verletzungszeichen reichen von einer einfachen Rötung der Schleimhaut bis ihrer Zerstörung, Entzündung des Bindegewebes, Absterben der Wand mit Blutungen und schließlich Wanddurchbruch.

So erkennen und behandeln wir Verätzungen

Verätzungen führen zu starken Schmerzen im Mund und hinter dem Brustbein. Diese Schmerzen können von hohem Fieber und Atemnot infolge Anschwellens des Kehldeckels begleitet sein. Beim Durchbruch der Speiseröhrenwand kann es zu einer so genannten Mediastinitis mit Schock und Lebensgefahr kommen. Die Diagnose stellen wir einerseits durch die Anamnese (Krankengeschichte, Darstellung des Unfalls durch die Eltern), andererseits durch die Untersuchung von Mund und Rachenraum. Wichtig für eine gezielte Behandlung ist die genaue Information über die Art und Menge der eingenommenen Flüssigkeit. Nach der Untersuchung der Mundhöhle untersuchen wir immer die Speiseröhre und den Magen mittels Endoskop. Diese Untersuchung führen wir bei Kindern immer in Narkose durch. Hierbei stellen wir das Ausmaß der Schädigung fest, spülen die Speiseröhre durch und saugen die eingenommene Flüssigkeit ab. Meistens legen wir eine Magensonde, um das Kind solange künstlich zu ernähren, bis die Speiseröhre abgeheilt ist. Außerdem verabreichen wir neben Antibiotika und Schmerzmitteln bei starker Schwellung auch Cortison.

Komplikationen

Eine häufige Komplikation nach Speiseröhrenverätzung ist die Ausbildung von narbigen Einengungen der Speiseröhre. Ein Hinweis darauf sind Schluckbeschwerden bzw. Schwierigkeiten bei der Passage von Nahrung. Diese Stenosen (Verengungen) müssen wir oft jahrelang in Narkose mit einem Ballon dehnen. Eine gefürchtete Spätkomplikation einer Speiseröhrenverätzung ist die Ausbildung von Speiseröhrenkrebs. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen auch noch Jahre nach der Verätzung wichtig, um bösartige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.