Wiederholte Harneweginfektionen, Blasenentzündung

Harnwegsinfektionen, Infektionen der ableitenden Harnwege, aufsteigende Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Zystitis, Nierenbeckenentzündung Pyelonephritis, häufiges Wasserlassen, Fehlbildungen der Harnwege, Antibiotika

Wiederholte Harnwegsinfektionen, Blasenentzündung

Unter Harnwegsinfektion verstehen wir die Infektion der ableitenden Harnwege, also der Nierenbecken, der Harnleiter, der Harnblase und der Harnröhre. Seltener lösen Pilze und Viren die Erkrankung aus. Verursacher der Infekte sind hingegen häufig Bakterien, die den Darm besiedeln und beispielsweise bei der Körperhygiene in die Harnröhre gelangen. Von dort aus gelangen die Keime in die Blase und wandern die Harnwege hoch, woher die aufsteigenden Harnwegsinfekte ihren Namen herhaben. Eine Blasenentzündung (Zystitis) bzw. eine Nierenbeckenentzündungen (Pyelonephritis) können die Folge sein. Eine weitere Ursache häufiger, wiederholter Harnwegsinfekte bei Säuglingen und Kleinkindern stellen Fehlbildungen der Harnwege dar. Mädchen erkranken im Verhältnis 3:1 häufiger als Jungen, was hauptsächlich an der kürzeren Harnröhre liegt.   

Symptome

Je nachdem, wie weit die Krankheitserreger aufgestiegen sind, zeigen sich höchst unterschiedliche Symptome. Dazu fallen Harnwegsinfekte bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen anders aus, zumal Säuglinge sich beispielsweise nicht zu Schmerzen äußern können. Allgemein können bei Säuglingen Apathie, Trinkunlust, Erbrechen und Fieber auftreten. Ein Jucken der Harnröhre, häufiges Wasserlassen und ein brennender Schmerz beim Urinieren treten in vielen Fällen auf. Starke Schmerzen in der Flanke und Fieber kommen bei der Nierenbeckenentzündung dazu.

Diagnose

Nachdem wir im Gespräch die Anamnese (Krankengeschichte) des Kindes erhoben haben und falls sich dadurch ein erster Verdacht auf eine Harnwegsinfektion zeigt, ist eine Untersuchung des Urins die wichtigste Untersuchungsform. So stellen wir Entzündungszeichen wie eine erhöhte Leukozytenzahl (weiße Blutkörperchen) fest. Das vermehrte Vorkommen von weißen Blutkörperchen ist ein Anzeichen dafür, dass der Körper eine Infektion bekämpft. Auch eine Anzucht der Bakterien aus einer Urinprobe, die wir dann mikroskopisch untersuchen, kann sinnvoll sein, ebenso wie die Untersuchung einer Blutprobe bei Fieber. Fehlbildungen der Harnwege können wir mittels einer Ultraschalluntersuchung auf die Spur kommen.

Therapie

Sofort nach der Diagnose einer Harnwegsinfektion müssen wir mit der Therapie beginnen. Die besteht in der Regel aus der Gabe von Antibiotika, die wir nach der Diagnose speziell auf den Erreger zuschneiden können. Babys bekommen die Medikamente per Infusion. Ist eine Fehlbildung der Harnwege die Ursache für die Infektionen, müssen wir einen operativen Eingriff in Betracht ziehen. Wichtig ist, dass das Kind begleitend zur Therapie viel trinkt, damit die Harnwege gut durchgespült werden.