Zwangsstörung

Zwangsstörung, Waschzwang, zwanghafte Kontrolle, Ordnungszwang

Zwangsstörungen

Kinder und Jugendliche benötigen Rituale. Die Wiederholung bestimmter Handlungen gibt ihnen Sicherheit. Wenn allerdings diese Handlungen zwanghaft, also übertrieben häufig vorkommen und den Betroffen dadurch quält, kann eine Zwangsstörung vorliegen.

Gleiches gilt, wenn der Patient zwanghaft dieselben Gedanken durchdenkt und diese Gedankengänge die mit ihnen verbundenen Ängste verstärken. Auch eine Mischung beider Phänomene - Zwangshandlungen und zwanghaftes Denken - können wir beobachten.

Die Störungen treten häufig vor dem 30. Lebensjahr auf, auch schon bei Kindern. Als Ursachen wird ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren angenommen. Eine genetische Prädisposition (Veranlagung) ist möglich, die Störung der Biochemie des Gehirns sowie seelische Ursachen können wahrscheinlich Zwangsstörungen auslösen. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto erfolgreicher ist die anschließende Behandlung und desto eher kann eine Chronifizierung verhindert werden. Die Eltern spielen - wie bei vielen anderen psychischen Erkrankungen auch - bei der Therapie eine wichtige Rolle.

Symptome

Die Zwangsgedanken kreisen um die gleichen Themen, ohne dass das permanente Nachdenken zu einem Ergebnis oder einer Handlung führt. Dieser Zustand wird von den Betroffenen als sehr quälend empfunden. Die Gedanken beschäftigen sich in der Regel mit angstbesetzten Themen wie der Angst vor Krankheiten, dem eigenen oder dem Tod von Angehörigen.

Die Zwangshandlungen werden stereotyp ausgeführt und wiederholt. Dazu gehört beispielsweise der Zwang zum dauernden Händewaschen, stundenlangen Duschen, zur permanenten Kontrolle von Lichtschaltern, Türschlössern, Herdplatten etc. Auch ein überstarker Zwang zum Ordnen beispielsweise von Kleidung, Stiften oder Büchern können wir bei den Betroffnen beobachten.

Bei allen Symptomen ist dem Patienten die ganze Zeit bewusst, wie sinnlos sein Handeln ist, ohne dass sein Widerstand etwas an dem Zwang ändern kann. Die Zwänge treten häufig auf und beeinträchtigen das Leben des Betroffenen, bevor wir eine behandlungswürdige Zwangsstörung diagnostizieren können.

Therapie

Es besteht keine einheitliche Therapieempfehlung, sondern die Notwendigkeit, aus einem ganzen Spektrum von Behandlungsansätzen diejenigen herauszufinden, die zum individuellen Zustand des Patienten passen. Im Fall der Zwangsstörungen kombinieren wir verhaltenstherapeutische und – in schweren Fällen – medikamentöse Ansätze.